Geothermie Ammersee-West: warum die Wirtschaftlichkeitsprüfung 2025 endete

Wappen der Gemeinde Dießen am Ammersee

Acht Gemeinden prüften eine gemeinsame Wärmeversorgung aus Tiefengeothermie im Erlaubnisfeld Ammersee-West: Dießen, Eresing, Finning, Hofstetten, Schondorf, Türkenfeld, Utting und Windach. Am 22. Mai 2025 beschloss der Uttinger Gemeinderat, die wirtschaftliche Machbarkeitsstudie beim erreichten Stand zu beenden. Die Sitzungsvorlage macht die wesentlichen Gründe nachvollziehbar.

Vom gemeinsamen Auftrag zum Zwischenergebnis

Im September 2024 beauftragte der Gemeindeverbund die GEF Ingenieur AG mit der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Der gemeinsame Auftakt fand am 10. Februar 2025 statt, erste Zahlen wurden am 5. Mai vorgestellt. Untersucht wurde ein interkommunales Versorgungssystem, nicht nur eine einzelne Bohrung.

Die Verbindung hätte laut Vorlage rund 105 Kilometer Wärmenetz benötigt – noch ohne die Verteilnetze innerhalb der einzelnen Gemeinden. Für 2030 wurden Gesamtinvestitionskosten von rund 136 Millionen Euro angesetzt.

Welche Wärmekosten berechnet wurden

Das Zwischenergebnis nannte Wärmegestehungskosten von 245 Euro je MWh für 2030 bis 388 Euro je MWh für 2045, mit einer Unsicherheit von plus/minus 40 Prozent. Das entspricht rechnerisch 24,5 beziehungsweise 38,8 Cent je kWh. Es handelt sich um damalige Modellwerte und nicht um angebotene Endkundentarife.

Unter diesen Annahmen bewertete die Vorlage den Netzbetrieb als nicht wirtschaftlich. Der Gemeinderat beschloss die Beendigung der beauftragten Betrachtung einstimmig mit 16 Ja-Stimmen.

Warum die Netzstruktur so wichtig ist

Zur Einordnung der Entscheidung: Eine Wärmequelle ist nur ein Teil eines Versorgungssystems. Die Wärme muss zu den Abnehmern gelangen, und die dafür benötigte Infrastruktur verursacht eigene Kosten. Deshalb beantwortet eine grundsätzlich nutzbare Wärmequelle noch nicht die Frage, ob ein weiträumiger Verbund wirtschaftlich tragfähig ist.

Der Wärmeplan der Verwaltungsgemeinschaft Windach erläutert zusätzlich die Bedeutung von Abnehmerstruktur und Wärmedichte für Netze. Für die örtliche Planung lohnt daher der Blick auf tatsächliche Verbrauchsschwerpunkte und mögliche kurze Verbindungen.

Kein pauschales Urteil über örtliche Nahwärme

Die Uttinger Vorlage betont ausdrücklich, dass aus dem Ergebnis keine Schlussfolgerung gegen eigenständige Nahwärmeprojekte gezogen werden darf. Der untersuchte große Verbund und ein einzelnes örtliches Netz haben unterschiedliche Voraussetzungen.

Das wird am Thaininger Wärmenetzkonzept anschaulich: Dort sollen Warmfreibad, Haushalte und kommunale Gebäude mit Luftwärmepumpe und Hackschnitzeln versorgt werden. Ein solcher lokaler Ansatz muss anhand seiner eigenen Abnehmer und Kosten geprüft werden.

Den jeweils aktuellen Wärmeplanungsstand führen die verlinkten Gemeindeprofile.

Weiterlesen in der Region

Dießen am Ammersee: Gemeindeprofil

Eresing: Gemeindeprofil

Finning: Gemeindeprofil

Hofstetten: Gemeindeprofil

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Kommunale Wärmeplanung Dießen am Ammersee

Kommunale Wärmeplanung Eresing

Kommunale Wärmeplanung Finning

Wärmenetz Thaining: Studie bevorzugt Luftwärmepumpe und Hackschnitzel

Windenergie in Utting: Gemeinderat legt Vorgehen und Beteiligungsziel fest

Quellen

Gemeinderat Utting: beteiligte Gemeinden

Abschlussbericht VG Windach

Datierung: Uttinger Gemeinderatsbeschluss zur Beendigung der Studie vom 22.05.2025. Quellenstand: 31.10.2026.