Future Forest und Links4Soils: Waldumbau im Landkreis Landsberg

Im Landkreis Landsberg am Lech wurde Waldumbau in den Projekten Links4Soils und LIFE Future Forest mit dem Boden- und Wasserhaushalt zusammengedacht. Aus der Arbeit ist ein Handbuch für nachhaltigen Waldumbau entstanden. Das Fachgespräch im Bayerischen Landtag am 12. November 2025 griff die Ergebnisse und ihre Weiterführung auf.
Verschiedene Standorte, unterschiedliche Aufgaben
Kaufering nennt für Links4Soils fünf kommunale Praxisbeispiele: In Kaufering standen Klima-, Trinkwasser- und Hochwasserschutz im Vordergrund, in Scheuring der Auwald und Wasserschutz. Obermeitingen brachte den Klimaschutzwald ein, Igling Schotterböden und Klimaschutzwald, Fuchstal den Lechschotterboden und einen Waldbodenlehrpfad.
Beim anschließenden LIFE-Projekt arbeiteten Landkreis, Stadt Landsberg und Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zusammen. Die unterschiedlichen örtlichen Ausgangslagen sind dabei wesentlich: Ein Auwald stellt andere Anforderungen als ein Bestand auf Schotterboden.
Der Boden als Ausgangspunkt
Die Projektmaterialien stellen einen Dauerwald mit vielfältigen, überwiegend Laubbaumarten in den Mittelpunkt. Gut zersetzbares Laub soll Bodenorganismen unterstützen. Über Bodenstruktur und Durchwurzelung verbindet das Konzept den Waldumbau mit Wasserspeicherung und Verdunstung. Beschrieben wird damit eine Wirkungskette, die über den reinen Holzvorrat hinausgeht.
Für die praktische Anwendung heißt das: Baumartenwahl, Bodenpflege und Wasserhaushalt sollten zusammen betrachtet werden.
Welche Arbeitshilfen verfügbar sind
Der Landkreis bietet eine Langfassung des Handbuchs für Gemeinden und Privatwaldbesitzende sowie eine kürzere Praxisanleitung an. Zusätzlich gibt es ein appgestütztes Verfahren zur Einwertung von Waldbeständen. Dazu werden ein Anwendungshandbuch, ein Datenlayer für Mergin Maps und Erklärvideos bereitgestellt. Die Materialien machen die Ergebnisse auch nach dem Forschungsprojekt nutzbar.
Ein örtlicher Praxisbezug findet sich bei Weil: Das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beschreibt den Hofmann’schen Wald mit 42 Baum- und 13 Straucharten. Auf der Fachseite wird der Bestand zugleich als Forschungsort für Future Forest genannt.
Wie Kommunen an die Ergebnisse anknüpfen können
Ein sinnvoller Einstieg ist, die Praxisanleitung mit den eigenen Waldflächen und Zielen abzugleichen: Welche Bestände sind vorhanden, welche Bodenbedingungen bestehen und welche Entwicklung soll dokumentiert werden? Die vertiefende Bestandsbewertung kann anschließend gemeinsam mit forstlicher Fachbegleitung erfolgen.
Die Kauferinger Pflanzaktion von 2026 zeigt eine andere Ebene örtlichen Engagements.
Weiterlesen in der Region
Landsberg am Lech: Gemeindeprofil
Klimaschutzwald Kaufering: 100 weitere Bäume im September 2026
Igling und die Singold: Hochwasserrückhalt bei Holzhausen
Gimmenhauser Filz in Reichling: Regenwasser für das Moor
Quellen
Kaufering: Projektbeschreibung und örtliche Schwerpunkte
Landtags-Fachgespräch zum Abschluss
Landkreis: Handbuch, Praxisanleitung und App-Anwendung
AELF: Musterbestände, darunter Hofmann’scher Wald bei Weil
Datierung: Fachgespräch des Bayerischen Landtags vom 12.11.2025 zu den abgeschlossenen Projektergebnissen. Quellenstand: 31.10.2026.


