Abwärme vor Ort nutzen: Lechtalbad, Greifenberg und ADAC Penzing

Wie wird aus überschüssiger Wärme eine nutzbare Energiequelle für ein Gebäude? Im Landkreis Landsberg lässt sich das an mehreren Standorten nachvollziehen: am Lechtalbad Kaufering, am Sommerbad Greifenberg und beim ADAC in Penzing. Mobile Speicher verbinden die Wärmequellen mit diesen Abnehmern.
Lechtalbad: Wärmeversorgung seit 2019
Nach Angaben des Lechtalbads gehört der mobile Wärmetransport seit April 2019 zur Versorgung. Die Container nehmen Abwärme einer Biogasanlage auf und geben sie am Bad über ein Wärmetauschersystem wieder ab. So kann angelieferte Energie einen Teil der sonst erforderlichen Wärmeerzeugung ersetzen.
Die Einbindung in eine vorhandene Heizungsanlage ist dabei eine wesentliche Aufgabe. Speicher, Regelung und Gebäudetechnik müssen zusammenarbeiten, damit die Wärme am Ziel tatsächlich genutzt werden kann.
Greifenberg: ein weiteres Bad als Abnehmer
Auch das Sommerbad Greifenberg gehört zu den auf der Betreiberseite genannten Abnehmern. Die Evaluation des geförderten Modellprojekts betrachtet die Versorgung beider Bäder. Damit umfasst die regionale Anwendung unterschiedliche Betriebsbedingungen – ein wichtiger Punkt bei der Planung von Lieferungen und Speicherwechseln.
ADAC Penzing: Wärme für das Hauptgebäude
Das ADAC Testzentrum Mobilität liegt auf einem ehemaligen Bundeswehr-Fliegerhorst. Als dessen bisheriges Heizkraftwerk Anfang 2022 abgeschaltet wurde, brauchte der Standort eine andere Versorgung. Der ADAC-Projektbericht vom 5. Oktober 2023 beschreibt, wie das Beispiel Lechtalbad den Anstoß zur Nutzung mobiler Wärmespeicher gab.
Seit Oktober 2022 wird die Wärme dort über eine Übergabestation in die Versorgung des Hauptgebäudes eingespeist. Der ADAC nennt Büros, Besprechungs- und Veranstaltungsräume als beheizte Bereiche. Als technische Partner beschreibt er LENA Service und swilar eetec. Das Projekt ist damit ein wichtiger Teil der regionalen Wärmetransportgeschichte.
Das Foto zeigt den mobilen Speicher und die Übergabestation aus dieser Projektberichterstattung. Die darauf abgedruckte CO₂-Angabe ist eine historische Projektangabe und keine für jede heutige Lieferung geprüfte Bilanz.
Was die bisherigen Erfahrungen zeigen
Die NKI-Evaluation vom August 2023 dokumentiert für das geförderte Bäderprojekt sowohl technische Lernschritte als auch Ergebnisse: Das Projektteam ermittelte 167 Tonnen vermiedene Treibhausgasemissionen für 2021 und 184 Tonnen für 2022. Der Bericht nennt zugleich Korrosionsprobleme an Containern und Verzögerungen, die Weiterentwicklungen erforderlich machten.
Diese Werte beziehen sich auf das damalige Modellprojekt. Sie sind weder eine aktuelle Jahresbilanz des gesamten Wärmeverbunds noch eine Bilanz des ADAC-Standorts. Für einen belastbaren Vergleich müssen Bezugsjahr, gelieferte Wärmemenge, ersetzte Heizung und Transportaufwand zusammen betrachtet werden.
Ein regionales Konzept mit mehreren Einsatzorten
Die aktuelle Projektübersicht von LENA Solutions führt Wärmetransport unter anderem in Kaufering, Greifenberg und Penzing auf. Die Fälle machen deutlich, worauf es ankommt: eine nutzbare Wärmequelle, ein passender Abnehmer und eine funktionierende Verbindung aus Technik und Logistik.
Für weitere Überlegungen vor Ort bietet die kommunale Wärmeplanung einen Einstieg. Konkrete Versorgungsprojekte benötigen anschließend ihre eigene technische und wirtschaftliche Prüfung.
Quellen und Stand
Redaktioneller Stand: 26. Oktober 2026. Grundlagen: Lechtalbad – Mobile Wärme, ADAC – Projektbericht 2023, NKI-Evaluation, Abschnitt 4.11 (PDF) und LENA Solutions – Wärmeprojekte. Historische Ergebnisse und Planungen wurden nicht als neue Betriebsdaten für 2026 übernommen.



