Wie lässt sich Wärme mit dem Lkw transportieren?

Vereinfachter Schnitt eines gedämmten Wärmespeichers: Wärmetauscherrohre im Speichermedium. Darunter Aufnahme, Transport und Abgabe der Wärme.
KI-generierte, vereinfachte Darstellung für LENA e.V.; nicht maßstabsgetreu und kein Konstruktionsplan eines konkreten Herstellers.

Ein Wärmespeicher auf einem Lkw sieht zunächst wie ein Tank aus. Seine Aufgabe ist jedoch, Energie in Form von Wärme zu einem anderen Ort zu bringen. Dafür werden im regionalen Wärmetransportprojekt Latentwärmespeicher eingesetzt. Wie funktioniert das?

Ein Speicher, drei Aufgaben

1. Wärme aufnehmen: An der Wärmequelle wird der Speicher geladen. In den regionalen Projekten stammt die Energie beispielsweise aus der Abwärme biogasbetriebener Blockheizkraftwerke. Ein Wärmetauscher überträgt sie auf das Material im Speicher.

2. Wärme transportieren: Der geladene Speicher wird zum Abnehmer gefahren. Seine Dämmung begrenzt Wärmeverluste. Eine durchgehende Wärmeleitung zwischen den beiden Standorten ist dafür nicht nötig.

3. Wärme abgeben: Am Ziel wird der Speicher angeschlossen. Über das Wärmetauschersystem gelangt die gespeicherte Energie in die Wärmeversorgung des Gebäudes. Der entladene Speicher kann anschließend erneut beladen werden.

Warum der Phasenwechsel hilft

Der Hersteller beschreibt Natriumacetat-Trihydrat als Speichermedium. Der Phasenwechsel liegt bei etwa 58 °C. Vereinfacht gesagt nimmt das Material beim Schmelzen Wärme auf und gibt sie beim Erstarren wieder ab. Ein ähnliches Prinzip kennt man von wiederverwendbaren Taschenwärmern. Im industriellen Speicher kommen ein großer Behälter, Dämmung und ein leistungsfähiger Wärmetauscher hinzu.

Das Schnittschema zeigt die Aufgaben dieser Bauteile: Das Speichermedium umgibt die Wärmetauscherrohre; der Wärmeträger im Rohrsystem bleibt davon getrennt. Die Abbildung wurde mit KI erstellt. Sie ist vereinfacht und nicht maßstabsgetreu. Rohrführung und Anschlüsse zeigen keinen konkreten Herstellertyp.

Wärmemenge ist nicht Heizleistung

Für die beschriebene Speicherbaureihe nennt der Hersteller rund 2,5 Megawattstunden bei voller Beladung. Das entspricht 2.500 Kilowattstunden gespeicherter Energie. Wie schnell diese Energie abgegeben werden kann, beschreibt dagegen die Leistung in Kilowatt. Die tatsächliche Nutzung hängt unter anderem von Temperaturen und Anlagentechnik ab.

Wo mobile Speicher passen

Ob das Konzept geeignet ist, entscheidet die Kombination aus Wärmequelle, Abnehmer und Transport. Die Hersteller-Checkliste nennt unter anderem ausreichend hohe Quelltemperaturen, größere Wärmeabnehmer, geeignete Stellflächen und die Zufahrt für den Containerwechsel. Auch die Einbindung in bestehende Wärmenetze oder eine Nutzung während deren Ausbauphase ist möglich.

Für die Bewertung zählen außerdem die Länge und Häufigkeit der Fahrten, Wärmeverluste, Hilfsenergie und eine verlässliche Versorgung. Der Klimanutzen ergibt sich aus der eingesparten bisherigen Wärmeerzeugung abzüglich der Aufwendungen des neuen Systems. Eine pauschale Aussage „emissionsfrei“ würde diese Bilanz verkürzen.

Konkrete regionale Anwendungen sind das Lechtalbad und Sommerbad Greifenberg sowie das ADAC Testzentrum Mobilität in Penzing. Sie zeigen, dass die Technik für unterschiedliche Nutzungen infrage kommt. Eine Standortprüfung bleibt notwendig.

Quellen und weiterführende Informationen

Technische Grundlage: swilar eetec – Funktionsprinzip und Baureihe und Eignungsbedingungen. Einordnung als kommunales Praxisbeispiel: dena – Mobile Latentwärmespeicher. Redaktioneller Stand: 26. Oktober 2026. Die genannten Kapazitäten sind Herstellerangaben zur beschriebenen Bauart, keine Zusage für jede Lieferung.