Wärme auf Rädern: Wie aus einer LENA-Idee ein regionales Projekt wurde

Besucher betrachten einen weißen Wärmespeicher auf einem Sattelauflieger in einer Werkhalle.
Historische Projektaufnahme: Präsentation der Wärmetransportcontainer 2020. Bildquelle: swilar eetec / LENA Service.

Wärme fällt an einem Ort an und wird an einem anderen gebraucht. Im Landkreis Landsberg wurde daraus ein konkretes Projekt: Speicher nehmen vorhandene Abwärme auf und bringen sie per Lkw zu Gebäuden. Die Geschichte zeigt, wie aus ehrenamtlichem Engagement technische Entwicklung und praktische Umsetzung entstehen können.

Der Impuls kam aus dem Verein

Die Initiative zum mobilen Wärmetransport ging von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Landsberger Energie Agentur LENA e.V. aus. Gesucht wurde ein Weg, bislang ungenutzte Abwärme nutzbar zu machen, auch wenn eine durchgehende Wärmeleitung nicht sinnvoll zu realisieren ist. Der LENA-Vereinsflyer beschreibt, warum dafür 2017 die LENA Service GmbH entstand: Ideen aus dem Verein sollten unternehmerisch aufgegriffen und unabhängig weiterentwickelt werden.

Von der Idee zur Technik

Ingenieure der LENA Service trieben das Vorhaben voran. Nach der Projekthistorie von swilar eetec begann 2018 eine eigene Containerentwicklung auf Grundlage vorhandener Vorentwicklungen. 2020 wurde swilar eetec für die Herstellung und den überregionalen Vertrieb der Speicher gegründet. Das physikalische Prinzip der Latentwärmespeicherung war bereits bekannt; die Aufgabe bestand darin, daraus ein praxistaugliches System zu entwickeln.

Am 25. Juni 2020 wurden weiterentwickelte Container in Landsberg vorgestellt. Das Beitragsbild stammt aus dieser historischen Projektpräsentation. Solche Entwicklungsschritte machen sichtbar: Zur Wärmewende gehören neben guten Ideen auch Fertigung, Regelung und die Zusammenarbeit vieler Beteiligter.

Regionale Gebäude machen die Idee greifbar

Das Lechtalbad in Kaufering nennt April 2019 als Beginn seiner mobilen Wärmeversorgung. Auch das Sommerbad Greifenberg nutzt angelieferte Abwärme. Der Landkreis war Antragsteller und Leiter des geförderten Modellprojekts; seine Rolle bei der Umsetzung und der Gebäudetechnik gehörte ebenso dazu wie die Arbeit der Unternehmen.

Ein weiteres Beispiel ist das ADAC Testzentrum Mobilität in Penzing. Dort wird seit Oktober 2022 das Hauptgebäude mithilfe mobiler Wärmespeicher versorgt. Der Wärmetransport erschließt damit auch einen gewerblich geprägten Gebäudestandort.

Quellen und Einordnung

Redaktioneller Stand: 27. Oktober 2026. Historischer Überblick nach den oben verlinkten Vereins-, Betreiber- und Unternehmensquellen. Ergänzend: NKI-Evaluation des Modellprojekts, Abschnitt 4.11, Seiten 56–58 (PDF).